Die Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert

Die im Stadtzentrum Potsdams gelegene Gedenkstätte Lindenstraße des Potsdam Museums erinnert am authentischem Ort an die Opfer der beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts, die aus rassischen und politischen Gründen von einer willkürlichen politischen Justiz verfolgt und ermordet wurden.

 

Das unmittelbar an der belebten Fußgängerzone gelegene frühere Gerichts- und Gefängnisgebäude wurde 1995 von der Landeshauptstadt Potsdam zur Mahn- und Gedenkstätte erhoben.

 

Die Gedenkstätte versteht sich als offener Lernort der Geschichte, von dem wichtige Impulse für eine demokratische und tolerante Gesellschaft ausgehen. Hier finden regelmäßig Expertenvorträge und Projektwerkstätten statt, die insbesondere Schüler(innen) und Jugendliche zur kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und zu Fragen nach den Ursachen und Auswirkungen von Verfolgung und Unterdrückung anregen sollen. Führungen durch die Gedenkstätte sowie Zeitzeugengespräche tragen darüber hinaus dazu bei, den Jugendlichen einen ehrenden Umgang mit den Opfern von Gewalt und Unrecht nahe zu bringen.

 

Wissenschaftlich betreut wird die Einrichtung von dem in Potsdam ansässigen Zentrum für Zeithistorische Forschung, das zu den wichtigsten deutschen Forschungsinstituten auf dem Gebiet der Zeitgeschichte zählt.

 

Seit dem Jahr 2002 steht die Aufarbeitung der Geschichte der verschiedenen Epochen des Hauses im Mittelpunkt gemeinsamer Forschungs-, Dokumentations- und Ausstellungsprojekte des Potsdam Museums und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam.

 

So wurden in den letzten Jahren die Ausstellungsbereiche zur Geschichte des sowjetischen Geheimdienst-Gefängnisses (1945-1952), zum Stasi-Untersuchungsgefängnis (1952-1989) sowie zur "Flucht in den Westen" (1961-1989), zum „Haus der Demokratie“ (1990) aber auch zur 200jährigen Frühgeschichte des Hauses (1734-1933)  neu erarbeitet.

 

Gefördert wurden diese Projekte durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch Kulturland Brandenburg, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, die Fördergemeinschaft „Lindenstraße 54“ und den Verein der Förderer und Freunde des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V.

 

Eine Ausstellung zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur (1933-1945) wurde im September 2013 eröffnet.